Wie der Name entstand

Wer mecklenburgische Landschaften bereist, trifft knorrige Gesellen auf den weiten Fluren, geduckt unter ihrer greisenhaften Verknöchertheit. Er fürchtet sich gar, wenn in trübseligen Nebelstunden jene skurillen Gestalten urplötzlich erscheinen, sich herunterneigen und alte Weisen flüstern, zirpend locken und den Weg weisen. Er scheint aus dem Grund der braunen Erde zu führen, in der die Wurzeln dieser Bäume seit Vorzeiten ihren Platz haben. Gemeint sind die Weiden – de Wieden – wie sie Einheimische in ihrer niederdeutschen Sprache nennen.

Es gibt de Wieden in vielfältigster Form. Sie säumen nicht nur die Ufer unserer Seen und die Wege übers Land, stehen im Bruch oder wiegen sich am Hang – sie versinnbildlichen, wie der Mensch hier lebt und fühlt, wie er formt und schafft, leidet und liebt, geboren wird und stirbt. Daher kann ein Buchverlag in diesem Land, wo der Himmel hoch ist, die Wurzeln tief sind und dazwischen de Wieden wispern, gar keinen anderen Namen tragen als WiedenVerlag.